Überlegungen zur Nikon Z5

Wenn Nikon neue Kameras vorstellt, schaue ich immer interessiert hin. Ich bin zwar kein Fanboy, habe Nikon aber immer gemocht. Nun hat der japanische Hersteller eine neue Systemkamera vorgestellt: die Z5 (Produktseite). Sie ist eine günstigere Variante der Z6 und Z7, die es bereits eine Weile zu kaufen gibt. Hier und da ist von einer «Einsteigerkamera» zu lesen, was ich aber für Quatsch halte: Ein Einsteiger würde doch keine 1850 Euro für eine Z5 ausgeben und auch nicht gleich mit dem Vollformat beginnen. Eventuell liege ich aber falsch: Nikon selbst bezeichnet die neue Kamera auch als «FX-Einstiegskamera» (und als «Katalysator», was auch immer das bedeutet).

Meine erste digitale Spiegelreflexkamera war eine Nikon D50, die ich im Sommer 2006 für 579 Euro erwarb. Auch sie galt als Kamera für Einsteiger, deren größere Schwester die D70 war. Mir hat, glaube ich, nie eine wichtige Funktion gefehlt – außer vielleicht ein beleuchtetes Schulterdisplay.

Teurer Aufstieg

Als ich Geld als Volontär und Redakteur verdiente, gönnte ich mir zuerst die Ricoh GR und etwas später doch wieder eine Nikon, die D7100. Letztere schleppte ich 2014 durch Amsterdam und war einigermaßen genervt. Es war der letzte Urlaub, in dem mich eine Spiegelreflex begleitete – diese Kameras sind einfach zu schwer und zu laut, wenngleich das Fotografieren mit ihnen am meisten Spaß macht. Aber unbeschwert mit einer kleinen Ricoh GR durch Lissabon zu laufen, ist eben auch eine tolle Erfahrung.

Die Nikon Z5 soll ab August erhältlich sein und inklusive Objektiv 1850 Euro kosten. (Bild: Nikon)

Das Vollformat fand ich jedoch immer faszinierend und reizvoll. Warum, weiß ich nicht genau; vielleicht ist das alles nur Marketing. Sind Vollformat-Fotos wirklich so viel besser, brillanter und detailreicher als die Fotos, die ein APS-C-Sensor einfängt? Ist das Vollformat den hohen Aufpreis wert? Teuer ist der Spaß nämlich: Wenn ich zum Beispiel die Z6 erwerben und ein ordentliches (!) Objektiv dran schraube würde, kostete das 3350 Euro (1450 Euro fürs Gehäuse + 1900 Euro fürs Objektiv). Es geht natürlich günstiger: Die 50mm-Festbrenntweite zum Beispiel kostet «nur» 470 Euro; mein Favorit wäre wohl das 35er für 750 Euro. (Die neue Z5 wird es zunächst nur als Kit für 1850 Euro geben. Der Preis wird aber sicherlich sinken.)

Uff. All das wäre relevant, wenn ich 1.) unbedingt ins Vollformat einsteigen und 2.) unbedingt eine Nikon erwerben wollte. Bei beidem bin ich mir sehr unsicher, weil ich die Bilder, die eine ältere X100T liefert, einfach am schönsten finde. Außerdem ist mein Smartphone ein ordentlicher Ersatz für eine ausgewachsene Kamera geworden. (In den Urlaub aber ganz ohne richtige Kamera fahren? Das kann ich mir noch nicht vorstellen.) Wird fortgesetzt …