Der Angriff der KI-Bots
Die riesigen Sprachmodelle – LLMs – sind sehr hungrig. Massenhaft verschlingen sie Inhalte im Web. Dazu schicken ChatGPT, Claude und andere KI-Anbieter ihre Bots durchs Internet und erzeugen millionenhaft Zugriffe auf Websites. Das kann jeden treffen: Der Webentwickler Matthias Ott etwa berichtet, dass seine bei All-Inkl gehostete Website scheinbar Opfer einer DDoS-Attacke wurde. In Wahrheit war es keine Attacke – sondern eine Invasion von Bots, von KI-Scrapern, die Inhalte gierig aufsaugen, um damit Sprachmodelle zu trainieren.
Das hat negative Auswirkungen: Die Website von Ott war in einigen Ländern nicht mehr aufrufbar. Der Hoster All-Inkl hatte zum Schutz die Zugriffe aus bestimmten Ländern blockiert (ohne jedoch den Kunden darüber zu informieren). Ott resümiert: «This is where we are in 2026. There’s something happening on the Web at the moment that almost feels like watching that old arcade game Space Invaders play out across our servers.»
Was man als Seitenbetreiber dagegen tun kann, erklärt Ott ebenfalls in seinem Blog-Beitrag. Für das CMS Kirby gibt es zudem das Plug-in Dark Visitors von Maurice Renck. Es schützt vor unerwünschten KI-Crawlern. Ich selbst hatte bisher Glück: Meine kleine Website wird zumeist noch von Menschen aufgerufen (die sich erstaunlich stark für Dielen interessieren). Eines Tages surfen nur noch Bots durchs Netz, diskutieren miteinander, oder alles zerfällt.
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Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover, er schreibt Artikel über das Internet. Außerdem bloggt er Stadtgeschichten über Hannover. Mehr