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Lässig präsentieren

Im Studium habe ich relativ hässliche Präsentationen gebaut. Ich hatte damals keine Lust auf Design-Spielereien und habe mit PowerPoint extrem-minimalistische Folien gestaltet: serifenlose Strenge, schwarzer Text auf weißem Hintergrund. Schön war das nicht. Würde ich heute studieren, wäre Figma mein Favorit für eine schicke Präsi; neuerdings gibt es auch Figma Slides extra für diesen Zweck.

Für einen Artikel über moderne PowerPoint-Alternativen habe ich außerdem iA Presenter ausprobiert sowie den Alleskönner Canva – mehr dazu steht auf heise online, allerdings hinter der Paywall. (Auf Wunsch verschicke ich gern einen Gift Link.)

Schlanke Notizen-Apps

Wenn ich eine Idee habe, schreibe ich sie entweder in meine Simplenote-App oder in eine große Textdatei, die auf meinem Mac geduldig auf Input wartet. Simplenote ist voller Skizzen, falsch geschriebener Wörter, Zahlen und Datenmüll, weil ich die App zumeist am Handy nutze und unterwegs eilig etwas hinein schmiere. Jemand müsste die Notizen einmal durcharbeiten, streng aussortieren und ganz viel löschen, löschen, löschen.

Für einen Artikel für heise online habe ich nun vier schlank Notizen-Apps ausprobiert: neben Simplenote auch Tot, Notable und Joplin.

Notizen-Apps

  • Simplenote: Gehört zu Automattic, ist überall verfügbar
  • Tot: Komischer Name, ultra-minimalistisches Konzept
  • Notable: Schlanke App, sieht gut aus – nur für macOS
  • Joplin: Open-Source, sicher, aber etwas langsam

Tot hat einen ulkigen Namen und ist eine kleine App, die in einem Fenster sieben Notizzettel vereint. Nicht mehr, nicht weniger. Die Zettel sind farbig gekennzeichnet, damit man sich besser merken kann, wo die genialen Ideen stehen (gelb) und wo sich die Einkaufsliste befinden (rot). Leider gibt es Tot nur für Apple-Geräte. Sorry, Windows. Jedenfalls werde ich diese App weiterhin ausprobieren, ergänzt womöglich durch Notable (was mir auch sehr gefallen hat). Wobei ich von meiner riesigen Notiz-Textdatei wahrscheinlich niemals wegkommen werde.

Fotos knipsen, bearbeiten und posten

Wenn ich verreise, schleppe ich immer eine Kamera mit. Ich kann nicht anders, ich muss fotografieren. Tausend Bilder pro Urlaub. Es ist schlimm. Nur einen Bruchteil bearbeite ich (mit Lightroom) und veröffentliche die Fotos im Internet, auf meiner anderen Website und auf Bilder-Plattformen. Früher – also vor 20 Jahren – war es ein Ritual, die frischen Urlaubsbilder möglichst schnell zu verschönern und dann bei Flickr hochzuladen. Ab damit in ein paar Gruppen und dann die Views zählen. Über Kommentare habe ich mich immer gefreut. Später kam dann Instagram hinzu, dort gab's vor allem Likes. Seitdem sich aber Meta-Zuck an den Oompa Loompa und seine Fascho-Bande anbiedert, habe ich keinen Bock mehr auf Insta.

Also: wohin mit den Fotos? Brandneu ist Foto (sic), eine App, die ein Zuhause für Fotografen bieten möchte und alle, die sich für gute Fotografie interessieren. Die App war lange im Beta-Stadium, nun soll sie endlich als stabile Version starten. Einiges hat nicht gut funktioniert, etwa die Suche. Zudem gab es kurze Ladehemmungen. Dennoch nutze ich Foto ganz gern und habe dort schon einige Fotografen entdeckt, deren Stil ich mag. Den ein oder anderen Like bekam ich auch schon, nur noch keine Kommentare.

Instagram-Alternativen

  • Foto: Neuer Versuch, das bessere Instagram zu schaffen
  • Flickr: Der Klassiker, ein alter Hase, immer noch gut
  • Pixelfed: Die offene Alternative aus dem Fediverse
  • VSCO: Coole Filter, Hipster lieben die App

Meine Erfahrungen schrieb ich für heise online auf: Instagram-Alternativen: Die besten Apps für Foto-Fans. In dem Artikel stelle ich neben Foto und Flickr auch noch Pixelfed und VSCO vor. Letzteres spricht man offenbar Vis-Co aus. Ich jahrelang so: «V-S-C-O ist eine tolle App.» Noch bin ich aber auch noch bei Insta, da ist leider am meisten los.

Die AfD muss verlieren

Der Vizepräsident der fucking USA traf sich also mit der AfD, mit «Alice für Deutschland» Weidel. Als wäre das ganz normal.

Als ich vor einigen Jahren den schmalen AfD-Stand in der Innenstadt sah, dachte ich: Was, wenn diese lächerlichen Männchen eines Tages wirklich an die Macht kommen? Was, wenn sie gewinnen werden? Ich konnte mir das aber nicht vorstellen – zu albern sahen diese dürren Männer aus, die am Stand standen und ihre peinlichen Flyer verteilten. Die landeten schnell auf dem Boden, zertrampelt von der Zivilgesellschaft.


Wieder ein paar Jahre später standen die Versager von der AfD in der Fußgängerzone mit einem größeren Stand. Wieder sah dieser Haufen so lächerlich aus. Doch es blieben mehr Passanten stehen und hörten sich den verbalen Dünnschiss an. Immerhin gab es ordentlich Protest, die Polizei musste die erbärmliche Nazibande schützen, damit sie nicht aufs Maul bekam. Ich stand anbei und hatte Feuer im Bauch. Der Anblick war schwer zu ertragen, doch wir waren machtlos.

Nun ist sich auch ein Elon Musk nicht zu schade, zu diesen lächerlichen Figuren zu sprechen, sie aufzubauen, zu loben, zu fördern. Friedrich Merz ist es ganz egal, dass die AfD für seine Sache stimmt. Shit happens. Und wie die AfD das abfeiern muss. Die Parteispitze muss sich wahrlich genial vorkommen. Sie sind im Aufwind.

Was anfangs noch wie eine Farce wirkte, wird zur bedrohlichen Realität – was den Rechten nur gefallen kann. Doch die AfD darf niemals gewinnen! Nazis müssen verlieren. Immer und immer wieder.

Endlich mehr Bücher lesen

Im vergangenen Jahr habe ich gerade einmal fünf Bücher gelesen. Ich hatte einfach keine Lust auf lange Romane. Und vor allem hatte ich: keine Zeit. (Immerhin hatte ich Anfang des Jahres den neuen Murakami gelesen, der mir auch wieder sehr gefiel.)

In diesem Jahr möchte ich also mehr lesen, wenigstens 6 Bücher! Eins habe ich schon geschafft, ein kurzes: The Hole von Hiroko Oyamada. Zunächst fand ich es mittelmäßig, dann aber doch gelungen und irgendwie seltsam (in a good way). Ich lese jetzt auch noch The Factory von derselben Autorin und bin gespannt. Leider schaffe ich derzeit nur zwei, drei Sätze, ehe ich einschlafe. Dabe ist das Buch schon so kurz.

Apps für mehr Leselust

Für heise online1 habe ich mich mit Apps für Buchliebhaber beschäftigt, darunter auch StoryGraph. Die App fragt literarische Vorlieben ab und empfiehlt dann dazu passende Bücher. In meinem Fall waren einige reizvolle Werke dabei, etwa die Short-Story-Sammlung Life Ceremony von Sayaka Murata. Interessant auch, dass hinter der Plattform lediglich ein kleines Team2 steckt. Ist doch charmanter als bei Goodreads – hier möchte Besitzer Amazon offenbar gar nichts mehr ändern, die Website sieht aus wie 2002. Schrecklich.

  1. Siehe: Leselust statt Lesefrust. Im Artikel stelle ich Goodreads, StoryGraph, Basmo und Bookshelf vor.
  2. Nämlich Nadia Odunayo, Rob Frelow und Abbie Walker. Odunayo ist Gründerin von StoryGraph.

Recht originell fand ich die Idee von Basmo: Mit der App kann man seine Lesesitzung tracken, also eine Stoppuhr starten und während des Lesens Gedanken in Basmo festhalten, was die Auseinandersetzung mit dem Werk intensivieren soll. Irgendwie erinnert mich das an Strava: Jogger starten ihre Lauf-App und rennen los, während Leseratten Basmo abfeuern und rasant Zeile für Zeile aufsaugen, um möglichst viel in kurzer Zeit zu schaffen. Das ist aber nichts für mich: Ich möchte meine Lektüre eigentlich genießen. Sie entspannt mich so sehr, dass ich einschlafe.