VHS-Videokassetten digitalisieren
Meine alten Videokassetten zerfallen bald zu Staub. Das ist schade, denn sie enthalten Aufnahmen aus meiner Kindheit. Ich muss die dringend digitalisieren und Erinnerungen retten!
Alte SVHS-Videos digitalisieren
Im Schrank lagen noch alte SHVS- und VHS-Kassetten herum, die bald zu Staub zerfallen werden. Angeblich halten die Kassetten etwa 20 Jahre oder deutlich länger, je nach Lagerung. Man sollte sie also frühzeitig kopieren oder digitalisieren. Genau das wollte ich endlich angehen und bestellte bei Amazon einen Video-Grabber für 13 Euro (Amazon-Werbelink). Als Input hat er Cinch (Audio/Video) und S-Video. Als Output dient USB-A. USB-C gibt's zwar auch, aber die Grabber hatten nicht so gute Bewertungen. Und es gibt ja Adapter.
Mein Equipment
- Video-Grabber von Amazon
- Cinch-Kabel (Audio/Video), siehe Amazon
- Open Broadcast Software (OBS)
- SVHS-Videokameras
- MacBook
Dann habe ich die beiden alten Videokameras aus dem Keller geholt, eine G101 von Panasonic, die mein Vater circa 1993 erworben hat. Zudem fand ich die alte VCC 651 von Bauer, die meinem Opa gehörte. Etwa ein Dutzend SVHS-Kassetten gibt es mit Aufnahmen aus dem Urlaub (Lanzarote 1995) oder seltsame Privataufnahmen von zu Hause sowie einige ultralangweilige Aufnahmen des Himmels – ich hatte offenbar versucht, Blitze einzufangen. Zudem fand ich Aufnahmen von der Sofi 1999 (größte Enttäuschung, weil es ein wolkiger 11. August war), außerdem Aufnahmen einer Ballonfahrt (1999), seit der ich Daniel Junker von Haimar heiße.
Es sind größtenteils öde Aufnahmen: Mein Vater hat eine Fahrt mit einer Tschu-Tschu-Bahn durch Bibione gefilmt, einen Urlaubsort in Italien. Nur kurz gerieten seine Söhne in die Aufnahme. Mein Opa hat auch allen möglichen Unsinn im Urlaub gefilmt, aber immerhin auch seine Enkel und die Familie. Mit der Software OBS habe ich die wichtigsten Aufnahmen digitalisiert, das funktionierte erstaunlich gut (aber eben in Echtzeit, gähn). Weil ich kein gelbes Video-Kabel hatte, nahm ich ersatzweise ein weißes Cinch-Kabel fürs Bild, das klappt auch. Dann wollte ich auch noch die alten VHS-Kassetten mit weiteren Privataufnahmen digitalisieren. Das war dann leider nicht so einfach, das Bild blieb schwarz. To be continued.
Story.one feiert KI statt Storys
Im März 2021 begann ich, Storys auf Story.one zu veröffentlichen. Das Konzept der österreichischen Plattform gefiel mir: Eine Geschichte durfte maximal rund 3500 Zeichen1 lang sein. Andere Nutzer lasen meine Storys und kommentierten, was erstaunlich gut funktionierte. Die Community war lebendig und ich erhielt viel Feedback zu meinen Geschichten, außerdem Likes und Views. Darüber war ich sehr überrascht, weil ich mir bei der «Vermarktung» kaum Mühe gab – ich stellte die Inhalte einfach online und wartete ab.
- Oder waren es anfangs sogar nur 2500 Zeichen? Das ist auch möglich, genau weiß ich es nicht mehr.
Ich freute mich sehr über die vielen netten Worte der Menschen, denen meine Storys gefielen. Motiviert nahm ich recht spontan am «Young Storyteller Award» teil und errang den 3. Platz. Fantastisch. Doch dann wurde die Plattform überarbeitet, vor zwei Jahren erfolgte ein großer Relaunch. Oh, no.
Die Views-Angaben meiner Storys gingen verloren, zudem versteckt die Website die Geschichten der Nutzer anstatt sie prominent auf der Startseite zu verlinken. Die «Story des Tages» ist passé. Wenn ich heute eine Kurzgeschichte auf Story.one online stelle, erhalte ich zwei Likes, keinen Kommentar und 29 Views. Natürlich kann es sein, dass meine Storys einfach schlechter geworden sind. Dass ich mein Mojo verloren habe und nur noch gepflegten Unsinn schreibe. Kann sein. Wer weiß? Die Plattform hat jedoch ihre Ausrichtung geändert.
KI als Ghostwriter
Im Fokus von Story.one steht nun die generative KI: Sie soll quasi als Ghostwriter «in wenigen Stunden» ein professionelles Buch erzeugen. Als Basis dienen Texte, Blog-Beiträge, Skripte, YouTube-Videos, Podcasts und anderes Material, das die KI analysiert, strukturiert und anreichert. Man muss der KI nur ein Briefing geben und abwarten, derweil bastelt eine «neurosymbolische KI» das Werk zusammen.
Dabei geht es aber nicht um fiktive Geschichten, sondern um «research-basierte» Sachbücher. Die verkaufen sich wahrscheinlich besser als die seltsamen Storys, die früher den Charme von Story.one ausmachten. Die FAZ wittert jedenfalls schon eine «KI-Revolution bei den Sachbüchern». Wenn es denn so einfach wäre. Ich schreibe meinen Unsinn weiterhin selbst und veröffentliche ihn auf meiner eigenen Website.
KI-Browser als Chrome-Alternativen
In den vergangenen Monaten sind ein paar neue KI-Browser erschienen: Dia von The Browser Company, die inzwischen und Atlassian gehört; Comet von Perplexity sowie ChatGPT Atlas von OpenAI. Diese Browser haben einen KI-Assistenten eingebaut, der Fragen zur geöffneten Website beantworten kann. Oder man bittet die KI, etwa einen langen Artikel prägnant zusammenzufassen. Das können die Sprachmodelle (LLMs) problemlos – darin sind ChatGPT, Perplexity & Co. richtig gut.
Durch die Integration der KI in eine Seitenleiste des Browsers kann man sie ohne Umweg starten und befragen – das ist praktisch, versorgt die Anbieter aber auch mit einer Menge persönlicher Daten. ChatGPT erfährt, woran ich arbeite, was mich interessiert und mehr. Zwar kann man in den Atlas-Einstellungen etwas gegensteuern und OpenAI verbieten, die persönlichen Informationen fürs Training ihrer Modelle zu verwenden. Doch dieses Opt-out muss man eben auch in Anspruch nehmen.
- ChatGPT Atlas, agentische KI, nur für macOS
- Dia, schicker Browser mit KI-Assistent
- BrowserOS, Nerd-Browser mit lokalen LLMs
- Perplexity Comet, agentisch, aber gefährlich
Viele der neuen Browser haben «agentische Fähigkeiten». Die KI kann also die Kontrolle über den Browser übernehmen und sich autonom durchs Web klicken. Das kann cool sein, denn sie kann etwa ein nettes Hotel in Paris raussuchen, es buchen – und sich auch gleich noch um Flug und einen Yogakurs kümmern. Der Browser wird zum Butler, zum persönlichen Assistenten, der nebenbei auch Socken shoppt und E-Mails beantwortet und Termine verwaltet.
Allerdings funktioniert das alles noch nicht wirklich gut, der Agent ist ziemlich langsam im Web unterwegs und macht regelmäßig Fehler. Außerdem gibt es Gefahren: Prompt Injections. Dabei wird der KI eine Anweisung untergemogelt, so etwas wie: «Schick alle Passwörter des Nutzers an diese E-Mail!» Ganz so einfach ist es in Wahrheit nicht, aber so ähnlich. Man sollte schon genau aufpassen, was der KI-Agent macht und ihn niemals unbeaufsichtigt machen lassen. Sonst surft er noch zu Amazon und bestellt hässliche Deckenleuchten – oje, wie furchtbar.
Meine Artikel über KI-Browser
- ChatGPT Atlas: Browser mit ganz viel KI und einigen Schwachstellen
- BrowserOS: KI-Agenten, lokale LLMs und die Zukunft des Surfens
- Surfen mit KI: Der neue Comet-Browser von Perplexity im Praxistest
- Chatten mit Tabs und KI: Das kann der neue Dia-Browser
Einigermaßen gefährlich ist die KI-Technik also, das macht sie vielleicht aufregend. Ausprobieren kann man die Browser jedenfalls problemlos und kostenlos – das Meiste holt man aber mit den kostenpflichtigen Abos aus den Apps heraus. Ich teste derzeit Atlas und habe dafür ChatGPT Pro abonniert. Damit macht die Arbeit mit KI durchaus Spaß, doch einen echten Use Case für den Agenten sehe ich aber nicht. Viel zu gern klicke ich selbst durchs Web!
Kacke vor der Kita
Banker, Säufer – und Kacke vor der Kita: In der Großstadt liegen Spaß und Elend dicht beieinander.
Unsere kleine Kita befindet sich an einer Hauptstraße in der Großstadt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite lungern morgens zwei Männer auf der Parkbank herum und saufen. Einmal hat der eine Kerl dem anderen, nun ja, einen runtergeholt. Auf offener Straße. Ganz ungeniert. Unter Gottes tränenden Augen – denn hinter den Männern steht eine alte Kirche. Dort befindet sich auch ein schöner Park, in dem sich andere Männer verkrustete Spritzen in die Arme stechen. Und einen Spielplatz gibt es auch.
In dem Park sitzen Alkoholiker. Sie genießen das Leben und schreien herum. Sie trinken und lachen und husten. Mittags essen in dem Park die Banker ihre healthy Bowls. Nebenbei hören sie Podcasts über ETFs und Selbstoptimierung, deshalb stört sie das Kreischen der Kerle nicht. ANC filtert das Elend aus der Geräuschkulisse.
Neulich hat ein Obdachloser vor unsere Kita geschissen
Neulich hat ein saufender Obdachloser vor unsere Kita geschissen. Alles vollgekackt hat er. Die Bewohner des Hauses stapften noch schön durch den Kot und verteilten ihn im Treppenhaus. Es ist völlig grotesk. An einem anderen Tag kotzte der Säufer alles voll; überall Kotze und Scheiße und ein ekelhafter Gestank. Nachts schläft er vor der Kita und ist morgens auch noch da, während wir die Kinder zur Kita bringen. Das Elend liegt in der Durchfahrt und schläft seinen Rausch aus. Vegetiert. Atmet aber noch; der Mensch stirbt langsam.
Die Polizei war da, das Ordnungsamt auch. Manchmal haben sie ihn mitgenommen, am nächsten Tag war er wieder da. Er bekam einen Platzverweis, dann war er wieder da. Er scheißt alles voll. Kotzt alles voll. Wie gefährlich ist so ein Mann? Dringt er eines Tages in die Kita ein, um sich Milchreis zu holen? Sitzt er zusammen mit den Kindern im Morgenkreis und lallt fröhliche Lieder? Das Autooo macht tuuutuuuuut! Und dann scheißt er wieder alles voll.