Medienkritik: «Falstaff» kennzeichnet KI-Foto nicht
So schöne Bilder! Sie sollen Lust auf Irland machen – das Gourmetmagazin Falstaff feiert das Land auf dem Titel seiner August-Ausgabe. Ich überfliege das Magazin bei Readly und scrolle durch die Seiten. Auf Seite 13 bleibt mein Blick jedoch prompt kleben: Das doppelseitige Foto zeigt einen Mann mit roter Mütze, der durch das saftige Grün stapft. Sofort denke ich: Das ist KI-generiert, irgendetwas stimmt da nicht. Das kann doch aber nicht sein – oder?

Aber tatsächlich: Im Hintergrund ist ein weiterer Mann zu sehen, dessen Hand ungesund verdreht ist. Weitere Details entlarven das angebliche Irland-Foto als Fake. Eine kleine Recherche bestätigt den Verdacht schließlich: Das angebliche Foto ist bei Adobe Stock zu finden, wo es als KI-generiert gekennzeichnet ist. Zudem ist dort ein Hinweis zu lesen: «Die redaktionelle Nutzung darf nicht irreführend oder täuschend sein.»
Falstaff hat das KI-Bild nicht als solches gekennzeichnet, es wird den Lesern als authentisches Foto in einer Bilderstrecke präsentiert. Nun ist Falstaff kein Käseblatt, sondern ein renommiertes Magazin, das es seit 1980 gibt. Falstaff präsentiert sich hochwertig und genießt einen guten Ruf. Erstaunlich also, dass so ein Fehler passieren kann. Passieren darf er eigentlich nicht.
Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover, er schreibt Artikel über das Internet. Außerdem bloggt er Stadtgeschichten über Hannover. Mehr