Office vs. Homeoffice

«Back to Office!», schallt es aus den Wolkenkratzern. Die Menschen sollen wieder in die Firmen fahren, um dort besser zu arbeiten. Die Zurücknahme von Homeoffice-Tagen gleicht jedoch einer Erziehungsmaßnahme: Die Firmen üben Macht aus, sie ringen um Kontrolle. Und Firmen zeigen, wie wenig sie ihren Mitarbeitern vertrauen. Als Argument muss herhalten, dass die Arbeit im Büro produktiver sei. Doch Studien zeigen, «dass viele zu Hause fokussierter arbeiteten und seltener erschöpft seien», schreibt Die Zeit in einem aktuellen Artikel:

Gleichzeitig kann Heimarbeit aber auch mental belastend sein und Menschen isolieren. Das sind die Schattenseiten. Arbeitszeitbetrug sei immerhin kein großes Thema, zeigen Studien. «Außerdem könne man auch im Büro seine Arbeitszeit vertrödeln.» Zum Beispiel könnte man sich Augen auf die Augenlider malen, um sie heimlich geschlossen zu halten. Merkt niemand!

Die Präsenz soll den Teamgeist stärken, Mitarbeiter werden Freunde, ja, sie verlieben sich sogar1, gründen Familien, kriegen vier, fünf Kinder, die die Wirtschaft ankurbeln. Und auch die Loyalität zur Firma steigt, wenn man drei, vier, fünf Tage im Büro verbringt und mittelmäßigen Kaffee trinkt.

  1. «Fast jeder zweite Deutsche hat bereits romantische Erfahrungen am Arbeitsplatz gemacht», hat Xing herausgefunden. Ich selbst kann verraten, dass ich meine liebe Frau ebenso bei der Arbeit kennenlernte.

Wahrscheinlich ist das alles doch nicht so einfach – Experten zweifeln und ich auch. Was ist nun der wahre Grund, warum viele Firmen wieder mehr Präsenz verlangen? Sie wollen Leute loswerden, glaubt Johanna Bath, die an der Hochschule Reutlingen zu hybriden Modellen forscht. Eigentlich genial, könnte man meinen. Wenn aber nur die Highperformer gehen und die Faulen bleiben, bringt dieser Trick auch nix. To be continued …

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Daniel Berger ist Tech-Journalist in Hannover. Er schreibt Artikel über das Internet, außerdem bloggt er über Technik, Politik und das Schreiben. Mehr